Bus 

Umweltfreundliche und effiziente Antriebe von MAN für Heute und Morgen

Zukunftsfähige und hocheffiziente Nutzfahrzeugantriebe – dafür stehen die Marke und das Unternehmen MAN seit Jahrzehnten. MAN investiert seit Jahrzehnten Millionen von Euro, um mit umweltfreundlichen Technologien an einer lebenswerten Zukunft mitzuwirken.

Wir möchten Ihnen einen kurzen Überblick geben über die Prioritäten der MAN Strategie für Alternative Antriebe, deren Ziel immer eine möglichst effiziente Beförderung von Menschen oder Transport von Gütern ist und sich langfristig auch das Ziel «Zero Emission» auf die Fahnen geschrieben hat: von modernen Dieselmotoren oder sauberen Erdgasmotoren in der Serienfertigung über effiziente dieselelektrische Hybridantriebe kurz vor der Serieneinführung bis hin zu Forschungsthemen wie Hybrid-Brennstoffzellenantrieben.

MAN PURE DIESEL®- Technologie für beste Abgaswerte.

Gerade im Nutzfahrzeugbereich mit seinen hohen geforderten Leistungen und grossen Reichweiten wird man noch lange nicht auf den modernen und effizienten Dieselmotor verzichten können. Mit der Einführung der neuen Common-Rail-Motorengeneration im Jahr 2002 hat MAN mit gezieltem Down-Sizing und neuen Technologien wie der gekühlten Abgasrückführung und Einspritzsystemen mit besonders hohen Einspritzdrücken den von Rudolf Diesel erfundenen Selbstzünder für das neue Jahrhundert fit gemacht. MAN setzt daher alles daran, um das schon vom Prinzip her sehr effiziente Dieselkonzept ständig zu verbessern und sauberer zu machen – sei es mit dem harnstoffbasierten MAN AdBlue®-System im Schwerlast-LKW oder mit der additivfreien MAN PURE DIESEL®-Technologie in Bussen und leichten LKW. Seit dem Jahr 2009 erfüllen alle Busse und leichten LKW durch diese konsequente Orientierung auf den Umweltschutz den freiwilligen EEV-Standard, der noch strenger als die ab Ende 2009 verpflichtende Euro 5-Norm ist.

Dabei nehmen die MAN Busse dank ihrer additivfreien MAN PURE DIESEL® -Technologie zur Erreichung des freiwilligen EEV-Emissionsstandards eine Sonderstellung im Markt ein, die kein weiterer Bushersteller derzeit erreicht. Diese Motoren unterschreiten ohne Verwendung zusätzlicher Betriebsstoffe die ab Oktober 2009 geltende Abgasnorm Euro 5 nochmals deutlich. Dazu wurden innovative motorinterne Technologien weiterentwickelt und eingesetzt. Hierzu zählt beispielsweise die gegenüber Euro 4 optimierte Abgasrückführung (AGR) mit neuartiger Regelung über eine Lambdasonde sowie die Niedertemperaturkühlung der Ladeluft. Die hohe AGR-Rate sorgt in Verbindung mit einer verbesserten Kühlung des rückgeführten Abgases für eine niedrigere Temperatur des Frischluft-/Abgasgemisches im Verbrennungsraum des Zylinders – damit entstehen bereits bei der Verbrennung weniger Stickoxide. Dank der neuen AGR-Regelung mit Hilfe einer Lambda-Sonde wird auch unter dynamischen Bedingungen für jeden Betriebspunkt des Motors die optimale AGR-Rate eingestellt. Das garantiert einen besonders hohen Wirkungsgrad und einen außerordentlich sparsamen Umgang mit dem kostbaren Dieselkraftstoff.

Ferner wurde der maximale Einspritzdruck durch die dritte Generation des Common-Rail-Einspritzsystems auf 1800 bar erhöht. Mittels der innovativen Doppelaufladung ist es gelungen, die Partikelrohemissionen soweit abzusenken, dass der EEV-Standard bei diesen Motoren im Gegensatz zu den liegenden und stehenden Stadtbusmotoren des Typs D20 LUH CR und D08 LOH CR alleine mit dem wartungsfreien MAN PM-KAT® erfüllt wird. MAN bietet diesen strengsten Umweltstandard bis auf wenige Ausnahmen seit 2009 für alle Stadt-, Überland- und Reisebusse an. Im MAN Lion’s City mit liegendem D20 Motor und den Leistungen 280, 320 und 360 PS kommt der CRTec® Partikelfilter serienmässig zum Einsatz.

Die Aufladung der neuen AGR-Motoren für Euro 5 / EEV wurde den höheren Emissionsanforderungen angepasst mit dem Ergebnis, dass der Kunde weiterhin auf die souveränen Leistungen und den bekannt niedrigen Kraftstoffverbrauch der MAN-Motoren zählen kann. Seit 2005 wurden alleine im MAN Busbereich über 10’000 MAN PURE DIESEL® Motoren abgesetzt, über 1000 davon bereits im strengen EEV Standard.

MAN Lion’s City Hybrid: Serienversion des Zukunftsantriebs.

Zur weiteren Steigerung der Effizienz der modernen MAN Dieselmotoren arbeitet MAN mit Hochdruck an deren Hybridisierung für den Stadtbus- und Verteiler-LKW Bereich. Bereits seit vielen Jahren forscht das Unternehmen an verschiedenen geeigneten Systemen, seit 2005 wurde ein serieller dieselelektrischer Stadtbus im Rahmen des vom BMWi geförderten Projektes «IDEAS» aufgebaut und insgesamt auf über 70’000 Kilometern getestet. Dieses Grundkonzept bildet die Grundlage für eine zukünftige Palette von Stadtbussen, die streckenweise elektrisches Fahren ermöglichen und bei optimalen Bedingungen bis zu 30 Prozent an Kraftstoff einsparen können. Im gleichen Projekt wird ab Mitte 2009 ebenfalls die Verwendung eines batteriegestützten Hybrid-Systems getestet und ausgewertet. Langfristig sehen die Entwickler grosse Chancen in den neuen Lithium-Ionen Batterien, die bereits beim 2008 gezeigten Hybrid-Verteiler-LKW TGM Hybrid eingesetzt wurden. Bis zur Serienreife jedoch wird das hocheffiziente und auf Fahrzeuglebensdauer ausgelegte Superkondensatoren-System im Stadtbus eingesetzt.
Die auf dem UITP-Kongress 2009 erstmals dem interessierten Fachpublikum vorgestellte Serienversion des neuen MAN Lion’s City Hybrid-Stadtbusses überzeugt durch ein besonders attraktives «EfficiencyDesign». Technisch basiert der Hybrid-Bus auf dem aktuellen Niederflur-Modell MAN Lion’s City in Turmbauweise sowie der aktuellen D08 Common-Rail-EEV-Motorisierung (254 PS) mit geschlossenem und elektronisch geregeltem CRTec®-Partikelfilter. Eine Kleinserie dieser Solo-Fahrzeuge wird im Laufe des Jahres 2010 in mehreren europäischen Hauptstädten in den Linienbetrieb gehen. Eine individuell auf die Gelenkbus-Anforderungen zugeschnittene technische Lösung ist in Vorbereitung und wird ebenfalls auf die leistungsfähige Ultracap-Technologie zurückgreifen. Der Betrieb im Stadtverkehr bietet ideale Bedingungen, um die Bremsenergie energetisch zu nutzen. Stadtbusse beschleunigen unzählige Male auf Tempo 40 bis 50, um kurz darauf bis zum Stillstand zu verzögern. Konventionelle Omnibusse wandeln die kinetische Energie beim Verzögern in ungenutzte Wärme um, während der Lion’s City Hybrid die gespeicherte Bremsenergie nutzt, um geräuscharm und umweltfreundlich aus der Haltestelle wieder heraus zu beschleunigen. Je nach Ladezustand der Ultracaps, der Fahrzeugauslastung sowie der individuellen Topografie kann der Hybrid-Bus bis zu mehrere Hundert Meter rein elektrisch fahren. So bleiben die Fahrgäste in unmittelbarer Nähe der Haltestelle weitestgehend von Geräusch- und Abgasemissionen verschont. Das integrierte Start/Stopp-System spart nicht nur an Haltestellen wertvollen Kraftstoff. Reale Fahrversuche belegen, dass in Abhängigkeit des Linieneinsatzprofils während bis zu 40 Prozent der Betriebsdauer der Dieselmotor abgeschaltet bleiben kann. MAN setzt mit dem Lion’s City Hybrid auf ein Gesamtpaket von Massnahmen, das zu einer beachtlichen Treibstoff-Ersparnis führt.

Die MAN Entwickler sprechen von bis zu 30 Prozent eingespartem Kraftstoff und deutlich reduzierten Emissionswerten gegenüber herkömmlichen Dieselantrieben. Das belegen auch die Ergebnisse von rund 70’000 Testkilometern im regulären Liniendienst in Nürnberg sowie anderen europäischen Städten nach, den mehrere Prototypen sehr erfolgreich abgeschlossen haben. Der MAN Lion’s City Hybrid ist auch für den Einsatz von Biokraftstoffen der 2. Generation geeignet, wodurch sich die bereits vorbildliche CO2-Bilanz noch weiter verbessern lässt. Bei einer durchschnittlichen Fahrleistung von 60’000 Kilometern im Jahr erspart der MAN Hybridbus der Umwelt rund zehn Tonnen an Treibhausgasemissionen.

Saubere Erdgasmotoren von MAN.

Schon seit mehreren Jahren erfüllen die Erdgasmotoren von MAN den freiwilligen EEV (Enhanced Environmentally friendly Vehicle) Standard. Da der Verbrennungsprozess besonders emissionsarm abläuft, kann hier auf eine aufwändige Filterung mit geschlossenen Partikelfiltern verzichtet werden. Mit mehr als 4000 verkauften Motoren, Bussen und Bus-Chassis ist MAN seit Jahren Marktführer bei Erdgasantrieben im Bus-Bereich. 2009 wird der neue, OBD2-fähige MAN E2876 LUH 03 CNG-Motor mit um zehn PS gesteigerter Leistung und höherem Drehmoment vorgestellt, der ab 2010 in Bussen und Chassis verfügbar sein wird.

Der neue, nunmehr 320 PS starke Erdgas-Turbomotor unterschreitet den freiwilligen EEV-Standard bei allen Grenzwerten deutlich. Das maximale Drehmoment konnte in diesem Zuge um 150 Nm auf jetzt 1400 Nm gesteigert werden, was beinahe auf dem Niveau des vergleichbaren D20 Dieselmotors liegt. Auch wenn alle MAN Common-Rail-Dieselmotoren heute mit motorischem und abgasseitigem Abgasmanagement den EEV-Standard erreichen kann, stellt der Ergasmotor besonders für solche ÖPNV-Verkehrsbetriebe, in denen die Infrastruktur und das entsprechende Erdgas günstig zu Verfügung stehen, eine umweltfreundliche, wirtschaftliche und zukunftssichere Alternative dar. Der neue MAN CNG-Motor wird ab 2010 sowohl in Niederflur-Stadtbussen als auch Buschassis verfügbar sein. Bedeutende Flotten von MAN Erdgasfahrzeugen laufen zum Beispiel in Augsburg, Frankfurt/Oder, Ankara, Den Haag, Göteborg, Helsingör, Brisbane und Madrid. Alleine seit 2002 wurden über 3000 Erdgasbusse abgesetzt, davon rund 90 Prozent im EEV-Standard. In den Jahren 2006 und 2007 konnten dabei jeweils Absatz-Spitzen von über 700 Fahrzeugen verzeichnet werden.

Forschung für den emissionsfreien Antrieb der Zukunft.

Neben diesen effizienten Serienantrieben und solchen, die sich der Serienfertigung mit großen Schritten nähern, forscht MAN Nutzfahrzeuge seit den 90er Jahren auf dem Gebiet der «Zero Emission»-Antriebe. Dies vor allem auf der Grundlage von Druckwasserstoff als Energieträger für Brennstoffzellen oder als Kraftstoff für MAN Verbrennungsmotoren, die auf der bewährten Erdgastechnik basieren und weitgehend emissionsfrei sind. In den beiden Forschungsprojekten H2argemuc (Flughafen München und Umgebung, 1999 bis 2006) und HyFLEET:CUTE (Berlin, 2006 bis 2009) konnten beide Technologien mit rund einer Million Testkilometern auf deren Praxistauglichkeit überprüft werden. Nach dem ersten Brennstoffzellenbus im Jahr 2000 konnte MAN bereits in 2004 einen weiterentwickelten Hybridbus mit Brennstoffzellen und Ultracap-Technologie vorstellen und im Linieneinsatz in München testen. Die in dieser Grösse und Leistungsstufe nur von MAN angebotenen Busse mit Wasserstoff-Verbrennungsmotoren (ICE, Internal Combustion Engines) haben den Einsatz in Berlin erfolgreich abgeschlossen und konnten entscheidende Schritte zur Entwicklung eines leistungsstarken Turbomotors mit 200 kW nehmen.

MAN hat mit diesem Engagement bewiesen, dass man diese Zukunftstechnologien beherrscht und gerade im Falle der ICE-Motoren auf wirtschaftliche Weise einen weitgehend emissionsfreien Antrieb mittelfristig realisieren kann. Eine Serienfertigung der Wasserstofftechnik steht derzeit aber kurzfristig aus verschiedenen Gründen nicht im Fokus: so fehlen neben H2-Infrastruktur und Versorgung nachhaltige und kosteneffiziente Wege der Wasserstoffherstellung. Ohne diese jedoch ist ein Einsatz von aufwendigen Motoren, Brennstoffzellen oder Druckspeichersystemen mit bis zu 700 bar, derzeit aus Sicht der MAN Nutzfahrzeuge AG nicht Ziel führend. Sollte sich diese grundlegende gesellschafts- und energiepolitische Situation mittelfristig ändern, wird MAN bereit sein, die nötige emissionsarme oder – freie Fahrzeugtechnik zu liefern.

Beitrag für mehr Transporteffizienz.

Das Beförderungs- und Verkehrsaufkommen auf den europäischen Strassen wird künftig weiter steigen. Bis zum Jahr 2025 erwarten Experten einen Anstieg in Europa um rund 80 Prozent im Güterbereich. Gleichzeitig machen die langfristig knapperen Energieressourcen und steigende Emissions-anforderungen den Verkehr zunehmend teurer. Der flexible, schnelle und zuverlässige Transport von Personen und Gütern über die Strasse muss deshalb so effizient wie möglich gestaltet werden. Die Verdichtung des Verkehrs, Rohstoffverknappung, steigende Sicherheitsanforderungen und der Schutz der Umwelt sind hierbei zentrale Herausforderungen.

Als einer der führenden Hersteller leistet MAN Nutzfahrzeuge einen wesentlichen Beitrag zur kontinuierlichen Steigerung der Transporteffizienz auch im ÖPNV-Bereich. Dafür hat MAN Nutzfahrzeuge 2008 insgesamt mehr als 257 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Um die Entwicklung nachhaltiger Mobilität aktiv mitzugestalten, arbeitet MAN in vielen Zukunftsprojekten zur Optimierung der Transporteffizienz mit Universitäten und Forschungspartnern wie in IDEAS, AKTIV oder dem UITP-Projekt «European Bus of the Future» zusammen. Dieser gesteigerten Bedeutung des Themas trägt MAN nicht zuletzt durch das neue EfficiencyDesign des Lion’s City Hybridbusses Rechnung.