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MNÖ geht gestärkt aus der Krise hervor

  • Alle Handlungsprozesse deutlich gestrafft
  • Grundlagen für eine neue Arbeitsorganisation geschaffen
  • Weitere Investitionen sind Bekenntnis zum Standort Steyr
  • Ergebnis 2010 knüpft an Niveau der Vor-Krisenjahre an
  • Ausgereifte Flexibilitätsinstrumente für weiterhin volatilen Markt

Die MAN Nutzfahrzeuge Gruppe hatte am Tiefpunkt der Wirtschaftskrise einen Auftragsverlust von 55% zu verzeichnen, der auch bei der österreichischen Tochtergesellschaft, der MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG (MNÖ), voll zum Tragen kam. Der Umsatzrückgang innerhalb der MNÖ in den letzten beiden Jahren (rund -34% in 2009, rund -26% in 2010 zum Vergleichsjahr 2008) konnte im Vergleich zum Stückzahlrückgang insofern abgefedert werden, als das Geschäft mit ertragsstarken Militärfahrzeugen (Werk Wien) sowie ein profitabler Ersatzteile-Bereich stark kompensierend gewirkt haben.

Wesentlicher Erfolgsfaktor bei Krisenbewältigung: Standortsicherung und damit eine top-motivierte Belegschaft

Am Produktionsstandort Steyr werden einerseits Fahrerhäuser für den MAN Produktionsverbund gefertigt, andererseits die LKW der Leichten/Mittleren Baureihe (TGL/TGM). „Die TGL/TGM haben eine starke Indikatorwirkung und zeigen die Veränderung des Marktumfeldes früher als die anderen Baureihen“, erklärt DI Gerhard Klein, Vorstand der MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG, „deshalb waren wir bereits ein halbes Jahr vor den anderen Fahrzeugklassen quasi ohne jede Vorwarnung mit der brisanten Situation konfrontiert und damit auch hinsichtlich einer konstruktiven und kreativen Lösungsfindung im Umgang mit den Überkapazitäten in einer „Pionierrolle“.“

Unter der klaren Prämisse, dass der Standortsicherungsvertrag unter keinen Umständen in Frage gestellt wird, wurden in Steyr – im engen Schulterschluss mit dem Betriebsrat – zahlreiche Instrumente zur nachhaltigen Arbeitsplatzsicherung entwickelt. So setzte MAN einerseits Kurzarbeit in drei Phasen ein, andererseits haben rund 300 MitarbeiterInnen besonders attraktive Sozialplanangebote in Anspruch genommen und so das Unternehmen auf sozial besonders abgefederte Weise, finanziert aus Gewinnrücklagen im 2-stelligen Millionenbereich, verlassen. Mehr als 100 Beschäftigte haben das Angebot der Bildungskarenz zur Qualifizierung genutzt, gefördert von MAN mit rund EUR 260.000 an Stipendiengeldern. Darüber hinaus wurden natürlich alle Möglichkeiten zur Flexibilisierung der Personalkapazität wie geschlossene Werksurlaube oder das Aufbrauchen und Neuanlegen von Zeitkontenguthaben genutzt.

Im Ergebnis all dieser Maßnahmen konnte das Stammpersonal ohne Kündigungen gehalten werden, der Personalrückgang war insgesamt stark unterproportional zum Stückzahlrückgang.

Innovationsprojekte: Fitnessprogramm für die Zeit nach der Krise und Zukunftssicherung

„Die Zeit der Wirtschaftskrise haben wir in der MNÖ intensiv genutzt, um konsequent an der Optimierung und Modernisierung der Strukturen zu arbeiten. Diese Aktivitäten haben das Unternehmen nachhaltig verändert, Prozesse optimiert, Effizienzen gesteigert, fixe Gemeinkosten variabel gemacht sowie eine Steuerung der Ergebnisqualität ermöglicht“, erklärt Klein.

Dazu wurden konkrete Innovationsprojekte initiiert, wie z.B. die Neuorganisation verschiedener Bereiche, die Optimierung von Regressprozessen, von Fertigungsdurchlaufzeiten, von Prozessketten sowie des Zusammenspiels der einzelnen Bereiche und der internen Kommunikation.

ProNet Cab: Konzern-Querschnittsfunktion zur Optimierung von Fahrerhäusern

Eine große Schwerpunktsetzung war die Gründung des „Production Network Cabin“ (ProNet Cab), das sich mit konzernweiten Themenstellungen an der Schnittstelle von technischer Entwicklung und Serienfertigung von Fahrerhäusern befasst. Fertigungsspezialisten der Standorte München und Steyr bündeln in dieser Konzern-Querschnittsfunktion, deren operativer Standort in Steyr angesiedelt wurde, ihre Produktions- und Technologiekompetenz zum Thema Fahrerhaus. Die konzernübergreifende Zusammenarbeit hat sich dadurch signifikant verbessert – eine wesentliche Investition in die Zukunft, sowohl der Produkte als auch des Standortes Steyr.

Neue Arbeitsorganisation: Mehr Transparenz, klare Verantwortungsbereiche, mehr Mitbestimmung

Die weitreichendste Strukturveränderung, die während der Krisenjahre entstand, ist eine substanziell geänderte Arbeitsorganisation. Beginnend mit einer Neuordnung der ersten Führungskräfte-Ebene in der Produktion wird eine teilautonome Arbeitsorganisation im gesamten Unternehmen eingeführt. Seit Anfang 2011 kommen diese Konzepte nun Schritt für Schritt zur Umsetzung. Diese Form der Teamarbeit bedeutet für alle MitarbeiterInnen mehr Mitbestimmung, mehr Handlungsspielraum, aber auch mehr Verantwortung am Produkt und im Prozess.

Ergebnis 2010 und Ausblick 2011: Strukturmaßnahmen zeigen erfolgreich Wirkung

Der Umsatz der MAN Nutzfahrzeuge Österreich AG lag mit rund 1,4 Milliarden Euro in 2010 noch um rund 26% unter dem von 2008 und die Stückzahlen lagen noch deutlich unter den Jahren 2007 und 2008. Dennoch konnte das EBIT im Geschäftsjahr 2010 mit 134,6 Millionen Euro bereits wieder an das Niveau dieser Jahre anknüpfen. Die Ergebnisqualität hat sich damit erheblich verbessert.

Die Investitionen lagen in den Jahren 2009 und 2010 deutlich unter den üblichen Jahresaktivitäten, dies wird in 2011, 2012 und 2013 überproportional zunehmen. Die Anhebung des Investitionsbudgets seitens des Konzerns ist als besonderer Vertrauensbeweis und Bekenntnis zum Standort Steyr zu werten.

„Der Markt bleibt weiterhin volatil, wir haben uns aber mit einem nunmehr sehr „ausgereiften Flexibilitätsbaukasten“ und unseren optimierten Strukturen gut darauf eingestellt und sehen der weiteren Entwicklung optimistisch entgegen“, so Klein. „Mehr noch, wir sehen unsere erreichte Flexibilität als zusätzliche Marktchance. Die Möglichkeit, die Wünsche unserer Kunden mit Top-Qualität und nach kurzen Lieferzeiten erfüllen zu können, ist ein klarer Wettbewerbsvorteil.“