MAN SE  |  Investor Relations 

MAN trotz Nutzfahrzeugflaute mit solidem Operativen Ergebnis

  • Umsatz 15,8 Mrd € - Moderater Rückgang um 4% nach Vorjahresrekord
  • Auftragseingang 15,9 Mrd € - Auftragseingang um 7% schwächer
  • Operatives Ergebnis 964 Mio € - Operatives Ergebnis knapp unter der Milliardengrenze
  • Umsatzrendite ROS 6,1% - Umsatzrendite leicht unterhalb des Zielkorridors
  • Dividendenvorschlag: 1,00 € (2,30 €) je Aktie - Insgesamt 134 245 Fahrzeuge abgesetzt (155 520)
  • Ausblick für 2013: Umsatzrückgang bei Commercial Vehicles und Power Engineering

Die MAN Gruppe hat das Geschäftsjahr 2012 trotz andauernder Nutzfahrzeugflaute mit einem Operativen Ergebnis von annähernd einer Milliarde Euro abgeschlossen. Das Nutzfahrzeug- und Maschinenbauunternehmen erwirtschaftete ein Operatives Ergebnis von 964 Mio €. Das sehr gute Vorjahresergebnis von 1 483 Mio € konnte nicht erreicht werden. Diese Entwicklung ist vor allem bestimmt durch einen klaren Rückgang im Geschäftsfeld Commercial Vehicles, dessen Operatives Ergebnis auf 454 Mio € sank. Das Ergebnis des Geschäftsfelds Power Engineering blieb mit 503 Mio € hingegen stabil und leistete einen wertvollen Beitrag zum Gruppenergebnis. Der Umsatz ging trotz einer deutlich geringeren Nachfrage auf den für MAN wichtigen europäischen und brasilianischen Nutzfahrzeugmärkten lediglich moderat auf 15,8 Mrd € zurück und liegt damit nur 4% unter dem Rekordumsatz des Vorjahres. Die Umsatzrendite lag mit 6,1% knapp unter dem angestrebten Zielbereich.

„Trotz schwieriger Rahmenbedingungen haben wir knapp eine Milliarde Euro Operatives Ergebnis erwirtschaftet“, sagt Dr. Georg Pachta-Reyhofen, Sprecher des Vorstands der MAN SE. Die europäische Staatsschuldenkrise und die Einführung des Euro V-Emissionsstandards in Brasilien haben – neben anderen Faktoren – zu einer spürbaren Verunsicherung auf den für MAN wichtigen Märkten geführt. Kaufzurückhaltung und ein verschärfter Wettbewerb waren die Folge. Diese Ereignisse sind auch im Auftragseingang der MAN Gruppe abzulesen, der im Geschäftsjahr 2012 bei 15,9 Mrd € und damit um 7% unter dem Vorjahreswert lag.

MAN Commercial Vehicles

Die Nutzfahrzeugbranche litt im Jahr 2012 unter dem konjunkturellen Abschwung. Auch bei MAN Truck & Bus gingen die Bestellungen um 4% auf 9,2 Mrd € zurück, bei MAN Latin America sogar um 20% auf 2,9 Mrd €. Der von MAN Truck & Bus erwirtschaftete Umsatz von 8,8 Mrd € liegt leicht unterhalb des Vorjahres (9,0 Mrd €). Das Operative Ergebnis sank auf 225 Mio € (565 Mio €). Hier machte sich die Schwäche des europäischen Nutzfahrzeugmarktes besonders bemerkbar: MAN Truck & Bus konnte diese teilweise durch positive Effekte außerhalb Europas ausgleichen. Allerdings sank in der Folge des veränderten Länder- und Produktmixes die durchschnittliche Marge.

Bei MAN Latin America zeigten sich Umsatz und Operatives Ergebnis ebenfalls von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Neben der Einführung des Euro V-Emissionsstandards in Brasilien, der zu deutlichen Vorzieheffekten im Jahr 2011 geführt hatte, verschlechterten sich für viele Kunden zudem die Finanzierungsbedingungen. Der Umsatz betrug 2,9 Mrd € (3,6 Mrd €), das Operative Ergebnis erreichte dank intensiven Kostenmanagements und Produktionsanpassungen 229 Mio € (400 Mio €), was einer Umsatzrendite von 8,0% entspricht. Insgesamt lieferte MAN im Jahr 2012 an seine Kunden 134 245 Fahrzeuge aus.

Power Engineering

Der Auftragseingang des Geschäftsfelds Power Engineering erreichte mit 4,0 Mrd € annähernd das Vorjahresniveau (4,1 Mrd €). Der größte Teil entfiel dabei auf MAN Diesel & Turbo mit 3,5 Mrd €, Renk konnte seinen Auftragseingang um 15% auf 525 Mio € steigern. Der Umsatz von MAN Diesel & Turbo legte gegenüber dem Vorjahr leicht auf 3,8 Mrd € zu. Das Operative Ergebnis sank hingegen um 5% auf 437 Mio €. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die Überkapazitäten in der Handelsschifffahrt und der damit verbundenen Marktschwäche im Schiffsmotorenbereich zurückzuführen. Andere Geschäftsbereiche wie After Sales oder Turbomaschinen entwickelten sich jedoch positiv. Die Umsatzrendite ist mit 11,6% nach wie vor auf hohem Niveau. Sehr erfreulich verlief das Geschäftsjahr bei Renk. Neben Auftragseingang stiegen auch Umsatz und Operatives Ergebnis signifikant an. Der Umsatz erhöhte sich auf 476 Mio € (389 Mio €), das Operative Ergebnis auf 66 Mio € (53 Mio €), was einer Umsatzrendite von 13,8% entspricht. Besonders die anspruchsvollen Getriebelösungen für den maritimen Einsatz sorgten für gute Geschäftszahlen. Insgesamt betrachtet konnte die MAN Gruppe die Auswirkungen der Nutzfahrzeug-Flaute mit ihrem Industriegeschäft also deutlich abfedern.

Weitere Entwicklung

MAN geht für das Jahr 2013, besonders aber für das erste Halbjahr, von einem rückläufigen Nutzfahrzeuggeschäft in Europa aus. Für den wichtigen brasilianischen Markt erwartet der Vorstand im Gegensatz dazu wieder einen Absatzanstieg. Der Umsatz im Geschäftsfeld Commercial Vehicles wird voraussichtlich leicht unter dem Niveau des Vorjahres sein, die Umsatzrendite konstant bleiben. Nach einem schwächeren Auftragseingang im Geschäftsjahr 2012 werden Umsatz und Umsatzrendite im Geschäftsfeld Power Engineering rückläufig sein. Für die MAN Gruppe resultiert daraus für 2013 ein leicht rückläufiger Umsatz und ein überproportional verringertes Operatives Ergebnis. Diese Aussagen beruhen auf der Annahme, dass sich die europäische Staatsschuldenkrise nicht weiter zuspitzt und konjunkturelle Impulse in den Schwellenländern greifen.

Sowohl im Nutzfahrzeug- als auch im Maschinenbaugeschäft verfügt MAN über ein breites, innovatives Produktportfolio, das exakt auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist. MAN stellte auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 etwa die neue TG-Familie vor, die trotz ausgefeilter Euro VI-Technologie nicht mehr Kraftstoff benötigt als die sehr sparsamen Modelle der Euro V-Reihe. Auch im Geschäftsfeld Power Engineering zählt MAN zu den Technologieführern. Neue Produkte, wie die 2012 vorgestellten Gasmotoren und -turbinen, gehören heute zu den effizientesten ihrer Klasse.

Maßnahmen zur Ertragssteigerung

Auch angesichts der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Nutzfahrzeugbranche ist der Vorstand der MAN SE mit dem Ergebnis des Geschäftsjahres nicht zufrieden und hat entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Im Fokus steht dabei die Kostenreduktion und Effizienzsteigerung sowohl in der Produktion als auch in Verwaltung, Vertrieb und Entwicklung. Darüber hinaus ermöglicht die Flexibilisierung der Produktion eine Anpassung an verringerte Absatzvolumina. Geplante Investitionen werden kritisch überprüft und gegebenenfalls zeitlich gestreckt. Potenzial sieht MAN zudem in der Neuausrichtung der Beschaffung, insbesondere der Bündelung in einer zentralisierten Einkaufsorganisation. „Auch wenn wir die makroökonomischen Faktoren nicht beeinflussen können, so werden wir doch alle notwendigen Schritte unternehmen, um MAN auch in stürmischen Zeiten auf dem richtigen Kurs zu halten“, sagt Pachta-Reyhofen.